Hier geht es im Wesentlichen um die gedankliche Etappierung der Vorgehensweise beim Design von Prozessen und dann Systemen. Es geht darum, sich zuerst klar zu werden, worum es wirklich geht, und wie schliesslich die Lösung aussehen sollte, und zwar mit einem Blick in die Zukunft mit Berücksichtigung dass die zu tätigende Investition eine vernünftige Lebensdauer erreichen sollte, ohne sofort aufgrund von zuvor nicht berücksichtigten Bedürfnissen oder neuer technischer Möglichkeiten wieder völlig umgekrempelt werden zu müssen.

Die Basis dieses Ansatzes stammt aus den Zeiten, als die Begriffe CIM (Computer Integrated Manufacturing) und JIT (Just-in-Time) noch in Mode waren (ja, das ist schon echt lange her …).

Damals, als es Mode wurde, möglichst viele Systeme zu integrieren (heute nennt man das oft „Digitalisierung“), war es hilfreich, zuerst die Prozesse zu vereinfachen, bevor man versuchte, komplexe Abläufe zu automatisieren oder gar zu robotisieren. Mit den damals noch limitierten Rechenleistungen war das auch eine Voraussetzung, um technisch ansprechende Lösungen zu ermöglichen. Erst am Schluss sollten dann die in sich autonomen Teilsysteme integriert werden.

Auch heute noch ist diese mehrstufige gedankliche Vorgehensweise sehr hilfreich und aktuell.

Focus

Zuerst ist es ganz wichtig, dass die wesentlichen Stakeholder Konsens darüber finden, dass Massnahmen getroffen werden müssen. Hier ist es ganz wichtig, dass nicht schon vorschnell Lösungen propagiert werden, bevor die Ausgangslage geklärt ist.

Nun ist es wichtig, das oder die Ziele des Tuns verständlich aufzuschreiben. Denn gerade in intensiven und auch komplexen Projekten muss immer wieder Bezug auf die wirklichen Zielsetzungen genommen werden können. Die Zielsetzungen sollten sich strikte auf das „WAS“ beschränken und auch hier frei von „WIE“ bzw. Lösungsansätzen. Denn diese schränken in einem späteren Zeitpunkt die Wahl der unter dem Gesamtaspekt optimalen Lösung ein.

Die Phase der Fokussierung ist wichtig. Das heisst aber nicht, dass sie sehr lange dauern sollte. Denn sonst kann mit ihr nicht der nötige Schwung aufgebaut werden.

Simplify

Basieren auf einer klaren Analyse der Ausgangslage und der Zielvorstellungen können Überlegungen angegangen werden, wie eine Lösung aussehen könnte.

Hier ist es wichtig den Blick abwechselnd auf einzelne Detailbereiche und dann wieder auf das Gesamte zu richten. Sehr oft können Detailbereiche für sich schon einmal mit einfachen Mitteln optimiert werden. Mit der Vereinfachung werden zunächst einmal unnötige Operationen bzw. Schritte hinterfragt und eliminiert. Damit können rasch Resultate bzw. „Qucik-Wins“ erzielt werden, aber viel wichtiger noch: Die folgenden Schritte der Automation und Integration werden vereinfacht.

Automate

Wirklich repetitive Schritte können nun mit den jeweils sinnvollen technischen Mitteln automatisiert werden. Die Automatisierung von Operationen sollte immer auch schon mit dem Blick auf eine mögliche Integration in ein übergeordnetes System erfolgen.

Auch hier muss immer der Nutzen für das Gesamtsystem und die zukünftige Entwicklung der Einheit / Unternehmen im Vordergrund stehen. Dabei ist die Berücksichtigung der Betreuung und des Unterhalts dieser Lösungen nicht zu vergessen.

Integrate

Erst nach Vereinfachung und Automatisierung der Teilschritte macht es Sinn, die Integration der wichtigsten Operationen über die gesamte Wertschöpfungskette anzugehen. Aktuell wird dies oft als Digitalisierung oder Industrie 4.0 bezeichnet.

Von Bedeutung ist hier in ganz besonderem Masse, dass das Umfeld bzw. die Mitarbeitenden mit den neuen Anforderungen an Ihr Denken und Handeln Schritt halten können, denn die Blickwinkel müssen sich nun verändern. Es müssen andere Entscheidungen gefällt werden, die ganz andere Auswirkungen haben als früher.

Wie bei der Automation muss hier immer wieder die Rentabilität im Blickfeld bleiben. Zu berücksichtigen ist, dass diese Technologien eine andere Lebensdauer haben, als frühere Investitionen.

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